In den Bienenstöcken der Oberschule ist es mit 35 Grad kuschelig warm, wie Berufsimkerin Wiebcke Huffmeyer und und Hobby-Imker Jan Fischer den Kindern Lasse Sabannia, Huffmeyer, Dana Maria Cordes, Levin Gerber und Selina Kunkel (von links) zeigen.

STEINKIRCHEN. Zwei Bienenvölker sind auf dem Schulgelände in Steinkirchen eingezogen. „Wir passen auf, dass ihnen nichts passiert“, sagt Christian Stengel schon ganz liebevoll. Der Zwölfjährige gehört zur Imkerei an der Oberschule, die Jan Fischer leitet.

Sie wurde in dieser Woche eingeweiht. Berufsimkerin Wiebcke Huffmeyer gab Einblicke in das Leben der Bienen. Schulsozialarbeiter Jan Fischer ist selber begeisterter Hobby-Imker. Seit seiner Grundausbildung zum Imker vor vier Jahren schlägt sein Herz für die Bienen. Seine Begeisterung gibt er seit Februar in der AG Schulimkerei weiter. Fünf Jungens sind bisher dabei. Sie haben die Kästen zusammengebaut und gestrichen und die Waben aus Wachs mit einem erhitzten Draht befestigt. „Wir haben die Bienenkönigin rausgesucht, sie darf nicht in den Honigraum, und auch schon mit Schutzanzügen gearbeitet“, erzählt Johannes Nolte (12). „Wir haben schon ganz schön viel gelernt“, meint Christian Stengel.

Die Erstausstattung der Imkerei finanzierte der Rotary Club Altes Land Jork mit einer Spende von 4000 Euro. So begrüßte Rektorin Ursel Schirmer zur Einweihung auch den Präsidenten des Rotary Clubs, Olaf Lehmann, sowie Axel Ahrens, Sönke Groß und Bernd Kessel. „Wir brauchen die Bienen für unser Leben“, lobte Lehmann die gute Idee. Schirmer zitierte Albert Einstein: „Wenn die Biene von der Erde verschwindet, dann hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben.“ Weil die Honigbiene Pflanzen bestäubt, sei sie sehr wichtig, aber gefährdet. „Mit der Schulimkerei leisten wir einen Beitrag zum Umweltschutz.“ Als Gäste waren auch Lühes Samtgemeindebürgermeister Michael Gosch und Hans Eckhoff vom Schulverein dabei.

Sie hörten ebenso wie die Schüler der 5. bis 7. Klassen aufmerksam zu, als Wiebcke Huffmeyer über die nützlichen Insekten informierte. Der interessante Vortrag mit Bildern zeigte, welche Rolle die Königin, die Arbeiterin und die Drohnen spielen und wie das Volk eine neue Königin heranzüchtet. „Für ein Glas Honig fliegt die Biene zwei Mal um die Welt“, sagte die Referentin. Monokulturen – das Alte Land zähle leider auch dazu –, Spritzmittel und die Varroa-Milbe gefährdeten die Bienen. Die Berufsimkerin, die seit eineinhalb Jahren in Grünendeich-Sietwende lebt und arbeitet, wird die neuen Jungimker als Patin unterstützen. Jan Fischer möchte mit der Schulimkerei in diesem Jahr versuchen, zwei neue Völker heranzuzüchten. Sie gesund über den Winter zu bringen, ist ihr Ziel. „Die werden sich hier wohlfühlen“, ist Christian Stengel überzeugt.

Ausstellung

Die Ausstellung „Bienen, Wespen, Hummeln und Co“ ist bis Freitag, 19. Mai, in der Gemeindebücherei in Steinkirchen zu sehen. Berufsimkerin Wiebcke Huffmeyer zeigt dort unter anderem ein echtes Bienenvolk hinter Glas und ein Hornissennest. Die Besucher können spielerisch Hummelarten unterscheiden und mit einer Brille ausprobieren, wie Facettenaugen die Welt wahrnehmen. Die Bücherei im Striep 2 ist montags, mittwochs und freitags von 8.30 Uhr bis 12.30 Uhr geöffnet sowie montags von 15 Uhr bis 18 Uhr und donnerstags 15 Uhr bis 19 Uhr

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